Jeder Onlineshop der sich auch an Verbraucher richtet (Unternehmer an Verbraucher = Business to Consumer = B2C) benötigt eine Belehrung über das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufsrechts. Hierzu hat der Gesetzgeber eine Formulierung vorgegeben, deren Einhaltung dringend angeraten wird.

Neben der Belehrung über das Widerrufsrecht, der sog. Widerrufsbelehrung, ist dem Verbraucher auch ein Musterformular an die Hand zu geben, damit der Verbraucher weiß, wie er eine Widerrufserklärung formulieren soll. Denn entgegen der früheren Rechtslage ist die Rücksendung der Ware ohne eine ausdrückliche Erklärung nicht mehr ohne weiteres als Widerruf zu werten. In den AGB könnte der Unternehmer hier zwar entsprechende Regelungen und somit auch Erleichterungen aufnehmen, aber nicht jeder Onlinehändler ist bemüht seinen Kunden den Widerruf eines Kaufes zu erleichtern.

Somit muss ein Internetshop der Waren im Wege des Fernabsatzes an Verbraucher verkaufen möchte zum einen über das Widerrufsrecht belehren (sog. Widerrufsbelehrung) und zum anderen ein Musterwiderrufsformular zur Verfügung stellen. Letzteres darf nicht mit der Möglichkeit verwechselt werden, dem Kunden ein Onlineformular zur Verfügung zu stellen, über welches der Kunde ebenfalls seinen Widerruf erklären könnte. Solch ein Onlineformular ist nicht notwendig, wenn es aber eingerichtet wird, dann muss die Widerrufsbelehrung diesbezüglich zwingend angepasst werden.

Auch hier kann man schon bei der Auswahl und Formulierung der für den eigenen Shop und die eigene Abwicklung des Widerrufsrechts (Onlineformular? Kostentragung der Rücksendekosten? Rücksendung als Widerruf?) passenden Widerrufsbelehrung genügend Fehler einbauen.

Und eine Vielzahl der sog. Abmahnwellen hat die Widerrufsbelehrung (insbesondere auch veraltete Formulierungen, die z.B. von Konkurrenten einfach abgeschrieben wurden) zum Gegenstand. Deswegen sollte ein Onlinehändler (egal ob via eigenen Onlineshop, Amazon oder Ebay-Shop) insbesondere in Bezug auf die richtige Widerrufsbelehrung keine Experimente machen.

Für unsere Mitglieder erstellen wir unter anderem die passende Widerrufsbelehrung und prüfen auch, dass diese in der Verkaufsabwicklung ordnungsgemäß in Textform und auf dauerhaft speicherbare Art und Weise gegenüber dem Verbraucher zur Verfügung gestellt wird. Denn dies schützt nicht nur vor Abmahnungen, sondern führt auch dazu, dass der Verbraucher nicht im schlimmsten Fall über mehr als ein Jahr lang nach dem Kauf immer noch sein Widerrufsrecht geltend machen kann. Denn Letzteres wäre ebenfalls die Folge eine falschen Widerrufsbelehrung.